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Von Stony · Geschrieben
Danke euch allen! Insbesondere @kleener, weil die Erklärungen haben mir geholfen zu verstehen. Und deshalb bin ich ja hier... Ich vertraue KEINER KI ! Sondern immer Fachleuten! Die 5.1 bleibt jetzt erstmal drin und in zwei Jahren sehen wir weiter... Das Gefühl der besseren Schaltbarkeit bleibt trotzdem (zum Glück)... -
Von LeNi · Geschrieben
Servus stoney, Scheinbar gibt es ja Gründe warum Du BF DOT 5.1 verwenden möchtest. Dann tu es. Ich kann mich an keine Situation erinnern wo ich im realen Leben eine zu heisse Ölbad- Kupplung erlebt hätte. Das sich das auf die Betätigung, also den Ein- und Auskuppelvorgang durch eine Überhitzung der Kupplungshydraulik auswirkt schon gar nicht. Ich wechsle einmal im Jahr meine Brems- und Kupplungsflüssigkeit. Das ist es mir wert und verhindert "Fading" aufgrund von "Kochender Bremsflüssigkeit" in der Bremsanlage sicher. Das "Weichwerden" einer Bremse, also das Wandern des Druckpunkts zum Lenker, ist im Normalbetrieb mit einer gut gewarteten Bremse eher selten. Es sei denn die fahrerischen Vorlieben liegen mehr in Brünn, Spa, oder Laguna Seca. Was ich sehr wohl erlebt habe sind Unterschiede bei den Motorölen. Wir haben das vor langer Zeit sogar an drei identischen Geräten über 50.000km selber ausprobiert. Und ja, die können sich sehr wohl auf die Schaltbarkeit auswirken. Das habe ich ich erst jetzt wieder beim Kauf meiner alten Dame erfahren müssen. Der Verkäufer hatte "Gutes Öl" eingefüllt. Ich dachte das Getriebe wäre hinüber. Nach 9tkm nahezu unmöglich. Ich fahre seit Jahrzehnten nur sehr gute, vollsynthetische Öle von unterschiedlichsten Herstellern. Noch nicht einmal bei meinen Schotterpass Eintöpfen, Gott hab sie selig, musste ich jemals eine Kupplung tauschen. Einzig meine Cagiva ließ eine Kupplung auf groben Steinstufen abrauchen. Aber die hatte ja eine Trockenkupplung und ich war zu dickschädelig um umzukehren.. Wie oben schon angeklungen, traue ich der "Erfahrung" einer KI in Sachen Bremsflüssigkeit und Kupplung nicht. Sie hat ja auch keine. Gruß LeNi -
Von kleener · Geschrieben
Auch diese Gerücht tummelt sich immer wieder herum. Wenn ein hydraulisches System immer wieder Luft zieht, ist das System undicht und nicht die übertragende Flüssigkeit das Problem. Dass die Handpumpen der ersten Generation der Tiger 1200 gern defekt gehen und somit ständig Luft in's System zieht ist ja nun kein Geheimnis, nicht umsonst hat sich die Pumpe in die neue Ausführung ersetzt. Da DOT5.1 ja wie schon geschrieben etwas aggressiver auf Gummi ist, kann ein "anlösen"/aufweichen der Kolbendichtungen erstmal das System wieder abdichten, aber damit erkauft man sich auch nur Zeit bis zum Totalausfall. -
Von kleener · Geschrieben
Wenn die Kupplungsbetätigung in unbetätigtem Zustand mechanischen Druck auf die Kupplung ausübt, ist nicht die übertragende Flüssigkeit das Problem, sondern die Einstellung der Betätigung. Man stellt bei der Tiger 1200 übrigens ein Spiel von 2-5mm am Nehmerzylinder ein, weniger verursacht sonst eine rutschende Kupplung, weil die Selbstverstärkung nicht arbeiten kann. Der Quickshifter arbeitet rein elektronisch über Eingriffe der ECU in die Einspritzung/Zündung beim hoch schalten und über die Betätigung der Drosselklappen beim herunter schalten, ein Eingriff oder Aktivierung der Kupplung ist in keinem Fall vorhanden. Wenn die Trägheit des Systems so beeinflussend ist, dass ein vorheriger Kupplungsvorgang auf den nächsten Schaltvorgang Einfluss hat, dann ist da keine Flüssigkeit drin, sondern irgendeine zähflüssige Masse. Dann hätte man aber auch viel eher Probleme mit einer rutschenden Kupplung, da der nötige Anpressdruck garnicht aufgebaut werden kann, gerade direkt nach dem Schaltvorgang. Die ganze Kupplungsbetätigung ist bei der Tiger 1200 extern, Flüssigkeiten werden auch nicht "elastisch" und Fading ist wieder etwas ganz anderes. Der Vorteil von DOT5.1 ist ein höherer Siedepunkt, aber selbst das Erreichen oder Überschreiten des Siedepunktes von DOT4 in der Kupplungbetätigung würde ganz andere Probleme zur Ursache haben, unter deren Umständen dieses dann das wohl kleinste Problem ist. Die möglicherweise niedrigere Viscosität, es gibt inzwischen auch DOT4 LV, also mit geringerer Viscosität, kann eventuell etwas geringere Bedienkräfte durch geringere Strömungsverluste bedingen, was aber maximal in einem Labor messtechnisch und bei sehr schneller Betätigung nachweisbar wäre. In der Bremse kann man es schon merken, weil das ABS dann schneller und feiner regeln kann. DOT5.1 hat aber auch Nachteile wie eine etwas höhere Aggressivität auf Gummi und es zieht auch schneller Wasser als DOT4. Zusammenfassend ist es der Kupplung völlig egal, ob diese mit DOT4, DOT4 LV oder DOT5.1 befüllt ist. Entscheidend ist die korrekte Entlüftung und Einstellung des Systems. Aber mit dem Schaltverhalten des Quickshifters hat das alles immer noch nichts zu tun. Ich weiß nicht, woher du die geschriebenen Informationen hast, aber diese sind zum größten Teil einfach nur Blödsinn, technische Zusammenhänge falsch und so weiter. Aber so ist das mit KI. Entweder du vertraust der KI oder glaubst meiner lebenden Intelligenz, die täglich damit zu tun hat. Über 30 Jahre Berufserfahrung als Mechaniker, Diagnosetechniker, technischer Werkstattleiter und inzwischen darf ich mich auch "Meister des Handwerks" nennen, was aber kein Garant der Kompetenz darstellt. -
Von Stony · Geschrieben
Auch auch die Gefahr hin, dass es wieder riesige Diskussionen gibt. Ich bin hier um zu lernen und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Die Empfehlung auf DOT 5.1 zu wechseln sollte ja zunächst das häufige Entlüften beseitigen (siehe auch 104.000km Bericht) Natürlich kann es sein, dass allein aufgrund des Entlüftens beim Wechsel der Effekt zu spüren ist. Trotzdem habe ich mal die KI bemüht und folgendes gefragt: Warum schaltet die Triumph Tiger 1200 GT Pro (2024) mit Quickshifter nach Wechsel der Kupplungsflüssigkeit auf DOT 5.1 besser? Dass Ihre Triumph Tiger 1200 nach dem Wechsel auf DOT 5.1 spürbar besser mit dem Quickshifter schaltet, liegt nicht an einer direkten Betätigung durch die Elektronik. Der Effekt entsteht indirekt durch ein sauberes mechanisches Trennverhalten der Kupplung im Hintergrund. 1. Das "Schleppmoment" wurde eliminiert (Der Hauptgrund) Wenn sich in einer hydraulischen Kupplung alte Flüssigkeit befindet (die Wasser gezogen hat) oder minimale Luftblasen vorhanden sind, trennt die Kupplung im Stand und beim normalen Fahren oft fast unbemerkt schlechter. Das Problem: Die Kupplung schleift permanent ganz leicht ("Schleppmoment"), selbst wenn Sie den Handhebel gar nicht berühren. Dadurch stehen die Getriebezahnräder unter einer minimalen Dauerspannung. Die Auswirkung auf den Quickshifter: Wenn der Quickshifter die Zündung unterbricht, reicht diese ultrakurze Pause (Millisekunden) wegen der Restspannung im Getriebe nicht aus, um den Gang butterweich reinflutschen zu lassen. Der Schaltvorgang wirkt knochig oder hakt. Nach dem Wechsel: Durch das frische Befüllen und Entlüften des Kupplungssystems trennt das Paket im Hintergrund wieder zu 100 % sauber. Das Getriebe wird in der Millisekunden-Unterbrechung des Quickshifters vollkommen lastfrei – der Gang flutscht perfekt rein. 2. Warum DOT 5.1 den Unterschied verstärkt DOT 5.1 bietet im Vergleich zu der standardmässig oft verwendeten DOT 4 zwei entscheidende physikalische Vorteile: Niedrigere Viskosität (Dünnflüssiger): DOT 5.1 ist spürbar dünnflüssiger, besonders in kaltem Zustand. Dadurch fliesst die Flüssigkeit im Geber- und Nehmerzylinder schneller und exakter. Das System rückt nach manuellen Schaltvorgängen extrem schnell und vollständig wieder ein, sodass für den nächsten Quickshifter-Einsatz optimale Bedingungen herrschen. Höherer Nasssiedepunkt: Motorradkupplungen – gerade bei der grossen Tiger 1200 – werden im dichten Verkehr oder im Gelände extrem heiss. DOT 5.1 hält diesen Temperaturen stand, ohne elastisch zu werden ("Fading"). Der Druckpunkt bleibt absolut stabil. Zusammenfassung Nicht der elektronische Quickshifter profitiert von der Flüssigkeit, sondern das mechanische Umfeld (Getriebe und Kupplungspaket). Weil die Kupplung dank der frischen, perfekt entlüfteten DOT 5.1 im Ruhezustand keinen mechanischen Druck mehr auf das Getriebe ausübt, kann der Quickshifter seine Arbeit fehlerfrei und ohne Widerstand verrichten.
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