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    • Ein (Saug-)Verbrennungsmotor hat in großen Höhen, 2 Probleme. Es saugt insgesamt weniger dichtes Volumen an, verhält sich also wie ein Motor mit weniger Hubraum. Das zweite Problem ist das Verhältnis Sauerstoff zu Kraftstoff, wird immer fetter. Dies kann eine Einspritzung in einem bestimmten Rahmen kompensieren, weshalb der Motor dann wenigstens noch im richtigen Mischungsverhältnis läuft.  Im Flugzeugbau verwendet man eine variable Luftaufladung oder spritzt lustige Flüssigkeiten / Gase ein, die zusätzlich den Sauerstoffanteil erhöhen. Nitromethan (CH₃NO₂), Distickstoffmonoxid (N₂O), z.B., das einige vom Zahnarzt oder der letzten Party kennen    Dass ich hier im Forum gelandet bin, ist kein Zufall. Ich lese hier schon viele Jahre mit, war aber häufiger im T5-Forum. Als Melanie dann hier ein Foto von ihrem Vater und mir, aus den späten 80er postete, war mir der Bezug bewusst. Ihre Eltern waren Kollegen von mir. Letztlich haben wir einen ähnlichen Werdegang und offensichtlich dieselben Nägel im Hirn. 
    • Es gibt Leute hier, die kann man nur bewundern!  Was Motorräder in Höhen angeht, hat Melanie doch absolut recht. JEDER Verbrennungsmotor verliert ab einer gewissen Höhe Leistung, einfach weil weniger Sauerstoff pro Volumeneinheit zur Verfügung steht. Einspritzmotoren mit Luftmengenmessung können das zum Teil kompensieren, so dass der Leistungsverlust nicht so extrem auffällt. Trotzdem verlieren auch sie Leistung.  Krass ist es bei Vergasermotoren mit festen Düsengrößen. Je nach Modell sind die Leistungsverluste extrem. Als ich Ende der 80er mit meiner XJ900F das erste mal in den Alpen war, hatte ich an einen Defekt geglaubt, so extrem war der Leistungsverlust am Timmelsjoch und am Julier.  Und dann musst Du Dich von besonderen Witzbolden auch noch verar…en lassen. Als ich auf der Passhöhe des Julier an meiner Yamaha herumgeguckt hatte, ob ich ein technisches Problem hätte, hielt ein Endurofahrer mit Einzylindermotor an und fragte, ob ich Probleme hätte. Ich nannte den extremen Leistungsverlust, er guckte sich meinen Motor kurz an und meinte: „Ganz klar ich weiß, was Dein Problem ist.“ Hocherfreut, dass ich wohl einen Profi gefunden hatte, der mir aus der Patsche helfen kann, fragte ich natürlich, was los sei.  Er ganz trocken: „Ist doch klar, Du hast drei Zylinder zu viel.“ Er konnte sich fast ausschütten vor Lachen, ich habe dazu nur etwas gequält gelächelt.    So viel zum Thema Erlebnisse eines Motorradfahrers ohne Erfahrung in den Alpen. Als ich dann wieder in niedrigere Regionen kam, war alles wieder in Butter und mir dämmerte der Zusammenhang.    Gruß Wilfried  
    • Ich finde deine Hintergrundinformationen ganz interessant, Danke fürs Teilen. 
    • Guten Morgen, eigentlich wollte ich gar kein solches Fass aufmachen, es gäbe aber noch etwas dazu zu sagen. Es gibt tatsächlich Menschen, die Umgebungsdrücke im Grenzbereich besser verkraften als Andere. Das soll teilweise genetisch bedingt sein, worüber man streiten kann. Nach meiner Erfahrung wurden diese Menschen aber schon in der Kindheit mit diesen Situationen konfrontiert. Wir anderen müssen trainieren. Ich selbst war überrascht, wie gut ich mit diesen Höhen klargekommen bin, bin aber durch die Fliegerei wohl schon ein wenig vorbelastet. Habe lediglich einige Wochen zuvor begonnen, Flüge ohne Gäste dazu zu nutzen, ohne zusätzlichen Kabinendruck zu fliegen. Mich persönlich hat allerdings die stetige Kälte an den Rand meiner Kräfte gebracht. Der Kili ist als "Kühlschrank" bekannt und hält selbst im Sommer Nachttemperaturen von bis zu -30°C bereit. Tags ist es dann, je nach Sonneneinstrahlung knapp am Gefrierpunkt. Das schlaucht mich mehr als viele andere.   Körperliche Fitness ist natürlich existenziell, darauf muss man wohl nicht eingehen, doch auch das Gehirn reagiert oft seltsam auf Sauerstoffmangel. Die etablierten Guides sind darauf sensibilisiert, ihre "Folger" zu beobachten, wie die Koordination sich verändert, Gespräche wirrer werden oder ob die Leute apathisch werden. Deshalb wird auch so viel gesungen, gescherzt,...   Nahrungsaufnahme ist auch ein Thema. In diesen Höhen schmeckt alles scheiße und Appetit hat man auch nur noch sehr selten. Körper und Hirn brauchen aber Kraftstoff. Einfache Kohlenhydrate bringen nichts, da die nur noch unzureichend verstoffwechselt werden. Es bleibt wirklich nur Fett und Eiweiß. Das sich aber nur selten gar kochen lässt, wegen der Höhe. Empfohlen sind Dörrfleischstreifen.   Die Drei Hauptrouten zum Uhuru sind so gewählt, dass man zu jedem Lager wieder ein wenig absteigen muss. Der Körper gewöhnt sich während der Wanderung an den geringen Druck und wird zum Schlafen wieder etwas entlastet. Trotzdem ist Schlafmangel ein Problem.   @bemo ich lebe selbst etwa 2 Stunden vom Kili entfernt, doch unser Hausberg, der Mt. Meru ist auch schon 4500m hoch. Dort fahre ich häufig mit meiner CRF300 herum und biete auch Motorradtouren an. Mein Hondale funktioniert bis etwa 3000m sehr gut, schafft es aber nicht bis zum Gipfel. Da ist ihre Kraft auf Velo Solex Niveau geschrumpft. Dass deine Tiger 5000m ohne spürbare Einschränkungen schaffte ist wirklich beeindruckend.    
    • Wir fahren bei unseren "Ausflügen" nur bis etwas über 3000 Meter, doch bei keinem Motorrad sah ich bisher keine Veränderung am Motorlauf. 2-Takt müssen andere Hauptdüsen eingebaut bekommen, das sie sonst beinahe überhaupt keine Leistung mehr haben. Die neuen Einspritzer können das zwar selbst ausgleichen, doch Kraft geht immer verloren.   Wir Menschen reagieren auf einen niedrigen Luftdruck sehr unterschiedlich. Bei geringer Anstrengung ist es oft kaum spürbar, doch sobald der Körper arbeiten muss zeigt alles. Wer gut atmet, eine gute Ausdauer besitzt, kommt besser zurecht. Zu viele Muskeln schaden, weil sie zu viel Sauerstoff benötigen, schon bei Ruhe.  Dass du, Bemo so gut in Tibet zurechtkamst, sollte daran liegen, dass du dich gut vorbereitet hast, aber auch einen ausdauernden Körper besitzt. Glückwunsch!
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