Horst Posted September 1 Posted September 1 Hallo Zusammen. Meine T800 hat jetzt 105.000 km drauf. Seit ca. 80.000 km gibt es auch einen kleinen Ölverbrauch (25-50 ml/1000 km; 10W40). Nun frage ich mich, ob aufgrund der Fahrleistung und des Ölverbrauches, Zeit für dickeres Öl wird (10W50)? Gibt es hierzu Meinungen? Gruss, Horst Quote
kleener Posted September 2 Posted September 2 Das Thema ist nicht ganz einfach zu beantworten. Für Ölverbrauch gibt es ja mehrere Möglichkeiten, Verschleiß an den Kolbenringen/Laufbuchsen, erhöhtes Spiel der Kolbenringe in den Ringnuten(Ringpumpen) und verschlissene Ventilschaftdichtungen, um mal die drei wichtigsten zu nennen. Ein etwas dickeres ÖL, 10W-40/10W-50 ist ja "nur" die Viskosität, wird da den Verbrauch nicht unbedingt verhindern, maximal etwas reduzieren. Viele vergessen beim Öl aber die Qualität, diese hat Einfluss auf die Verdampfungsverluste, also was an Öl über die Motorentlüftung geht, dann mit angesaugt und verbrannt wird. Ein nicht mehr so frischer Motor hat natürlich auch mehr Blow-by, also Verbrennungsgase, die an den Kolbenringen vorbei in das Kurbelgehäuse gehen und über die Motorentlüftung dann der Ansaugfrischluft zugeführt werden. Öl niedrigerer Qualität hat gewöhnlich auch eine höhere Verdampfungsrate, also geht dann mehr Öl über die Entlüftung "verloren". Die Qualität wird in der API dargestellt, Sx, wobei je höher im Alphabet x ist, desto höher ist die Qualität. Synthetische Öle haben auch geringere Verdampfungsverluste als mineralische. Ein wirklich gutes Motoröl hat API SN, die besten verfügbaren erfüllen API SP. Ich verwende bei der Tiger 900 ein 10W-50, wegen der erhöhten Scherstabilität, vollsynthetik Ester mit API SN. Die Speedy 1200 bekommt als Hochleistungsmotor, dazu läuft sie thermisch auch recht heiß, den ganz edlen Tropfen 10W-50 API SP. Dazu darf man bei dem Thema auch nicht vergessen, dass die Tiger 800 von Hause aus bei höheren Dauerdrehzahlen sich gern mal einen Schluck Öl gönnen. 1 1 Quote
MelKlu Posted September 2 Posted September 2 Meine Meinung dazu deckt sich weitgehend mit der von @kleener. Auch wenn ich den Motor der Tiger 800 nicht explizit kenne, möchte ich darauf hinweisen, dass es durchaus Motoren gibt, die sich bei hohen Drehzahlen oder hohen Betriebstemperaturen ein "Schlückchen mehr gönnen", doch im ruhigen Betrieb völlig unauffällig sind. Aus eigenen Versuchen kann ich sagen, dass ein hoher Heiß viskose Wert nicht den Ölverbrauch senkt, aber den Druck länger stabil hält und auch auf größeren Schmierflächen den Film stabilisiert. Bei den geringen Ölmengen eines Motorradmotors würde ich auf jeden Fall nicht auf eine gute Qualität verzichten. Europäische Raffinate haben bei uns einen guten Ruf, da bei uns viel in Richtung Alterungsschutz und in Europa auf Leistungsfähigkeit "gemixt" wird. Die von dir angegebenen Verbrauchswerte halte ich für völlig unbedenklich 1 Quote
greinsen Posted September 2 Posted September 2 vor 8 Stunden schrieb Horst: Gibt es hierzu Meinungen? Zu technischen Themen gibt es nur Fakten. Oder Vermutungen, wenn man die genaue Faktenlage (noch) nicht kennt. 1 Quote
mischa2 Posted September 2 Posted September 2 vor 9 Stunden schrieb Horst: Seit ca. 80.000 km gibt es auch einen kleinen Ölverbrauch (25-50 ml/1000 km; 10W40). Für mich ist das absolut kein Grund sich Sorgen zu machen. Quote
Mettigel Posted September 2 Posted September 2 vor 11 Stunden schrieb Horst: Gibt es hierzu Meinungen? Mit Sicherheit, nur wirklich zielführend sind die meistens nicht. Erfahrungen mitunter schon...und meine sind die, daß die Viskosität keine Auswirkungen auf den Ölverbrauch hat. Meine uralt Tiger 955i hat schon alles mögliche an Motoröl gesehen...von 10W40 über 10W50/10W60 bis 15W40 (was gerade im Angebot war)...der Verbrauch blieb immer gleich: nahezu Null. Unterschiede hatte ich nur beim Getriebe festgestellt, das ließ sich je nach Ölsorte mal mehr oder weniger besser schalten...auch bei anderen Motorrädern, die ich schon hatte. Ob es jetzt am Hersteller (und seinen geheimen Zutaten) oder der Viskosität lag kann ich allerdings nicht beurteilen. Was deinen Ölverbrauch betrifft: da würde ich ganz entspannt bleiben, der ist bei der Laufleistung mehr als akzeptabel. Quote
Crazymopped Posted September 2 Posted September 2 (edited) vor 12 Stunden schrieb Horst: Gibt es hierzu Meinungen? na klar Moin Meine Meinung ! Anderes Öl wie das 10 W 40 nur benutzen wenn es von den Bedingungen erforderlich ist also entweder in der Antarktis oder Sahara denn das 10 w 40 ist für Temperaturen von - 30 bis + 40 geeignet , das passt für Europa .. Und bei einem Ölverbrauch von noch nicht mal einem Liter auf 10.000 Km würde ich … Das Mopped ordentlich warm fahren ! Regelmäßig Öl wechseln incl Filter und regelmäßig den Ölstand kontrollieren ( wichtig ) und fahren … Edited September 2 by Crazymopped Quote
Wikirot Posted September 2 Posted September 2 habe mich in letzter Zeit auch mit dem Thema Öl in Autos und Motorräder eingelesen. Die Aussagen von Motoreninstantsetzern gehen Richtung dickeres Öl. Als Beispiel anstatt 10W-40, soll man 10W-60 bevorzugen. Dadurch verhindert man bei Hochleistungsmotoren bei höherer Belastung einen Schmierfilmabriss. Aber auch hier immer auf die Zulassung achten. (API, Jaso usw.) Quote
kleener Posted September 2 Posted September 2 Wobei dicker als zumindest der Hersteller es empfiehlt auch nicht immer gut sein muss. Letztendlich entscheidet die Motorkonstruktion über die nötige Viskosität, Stichwort Lagerspalte/Spiel der Gleitlager. Ist der Spalt zu schmal für das Öl, kann es auch nicht ausreichend abfließen und damit nicht ausreichend kühlen und reinigen, Stichwort gewünschte Leckölmenge. Im PKW-Bereich wird das Öl heutzutage so niedrigviskos wie möglich verwendet, einfach um die Pump- und Scherverlust zu minimieren, was am Ende auf den inneren Widerstand und damit Verbrauch Einfluss hat. Das Thema ist eine Wissenschaft für sich. Quote
greinsen Posted September 2 Posted September 2 vor 5 Minuten schrieb kleener: Letztendlich entscheidet die Motorkonstruktion über die nötige Viskosität, Stichwort Lagerspalte/Spiel der Gleitlager. Damit beschäftigen sich ja die wenigsten,.... vor 5 Minuten schrieb kleener: Wobei dicker als zumindest der Hersteller es empfiehlt auch nicht immer gut sein muss. Hier erwarte ich gleich eine Diskussion aus der Prallblech-Ecke ;-) vor 6 Minuten schrieb kleener: Das Thema ist eine Wissenschaft für sich Nicht umsonst ist der "Stand der Öl-Technik" ja immer weiter fortgeschritten. Quote
Cloanto Posted September 4 Posted September 4 (edited) Am 2.9.2026 um 12:18 schrieb Wikirot: habe mich in letzter Zeit auch mit dem Thema Öl in Autos und Motorräder eingelesen. Die Aussagen von Motoreninstantsetzern gehen Richtung dickeres Öl. Als Beispiel anstatt 10W-40, soll man 10W-60 bevorzugen. Dadurch verhindert man bei Hochleistungsmotoren bei höherer Belastung einen Schmierfilmabriss. Aber auch hier immer auf die Zulassung achten. (API, Jaso usw.) Das Thema ist schon lustig, millionenfach schon diskutiert und Glaubenssache. Wo zu sollte man Teure Öle wie 10W60 in Wasserkocher kippen, was in Luft/Öl gekühlte kommt. Was die erste Zahl bedeutet & hinter dem " W " muß man nicht erst erklären. Entscheidend sind diese : API SL – ältere Spezifikation, für viele ältere Motorräder ausreichend API SM – verbesserte Oxidationsbeständigkeit und Verschleißschutz API SN – aktuelle Spezifikation mit verbesserter Kraftstoffeffizienz API SP – neueste Spezifikation für moderne Motoren JASO MA – geeignet für Motorräder mit Nasskupplung, Standard-Reibwert JASO MA2 – höhere Reibwerte, häufig bei modernen Motorrädern vorgeschrieben JASO MB – niedriger Reibwert, nicht für Motorräder mit Nasskupplung geeignet Mineralisch Aus Rohöl raffiniert, bewährte Technologie, kürzere Wechselintervalle Ältere Motoren, Klassiker, kurze Wechselintervalle Teilsynthetisch Mischung aus mineral. und synthet. Basisölen, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Alltagsmotorräder, mittlere Anforderungen Vollsynthetisch Stabile Schmiereigenschaften über weiten Temperaturbereich, längste Wechselintervalle Moderne Motoren, sportliche Bikes, hohe Anforderungen Am 2.9.2026 um 09:43 schrieb Mettigel: Mit Sicherheit, nur wirklich zielführend sind die meistens nicht. Erfahrungen mitunter schon...und meine sind die, daß die Viskosität keine Auswirkungen auf den Ölverbrauch hat. Meine uralt Tiger 955i hat schon alles mögliche an Motoröl gesehen...von 10W40 über 10W50/10W60 bis 15W40 (was gerade im Angebot war)...der Verbrauch blieb immer gleich: nahezu Null. Unterschiede hatte ich nur beim Getriebe festgestellt, das ließ sich je nach Ölsorte mal mehr oder weniger besser schalten...auch bei anderen Motorrädern, die ich schon hatte. Ob es jetzt am Hersteller (und seinen geheimen Zutaten) oder der Viskosität lag kann ich allerdings nicht beurteilen. Was deinen Ölverbrauch betrifft: da würde ich ganz entspannt bleiben, der ist bei der Laufleistung mehr als akzeptabel. Wenn ich schon so was lese , fällt mir nichts mehr dazu ein , warum nicht gleich Frittenfett ist noch billiger. man du hast eine Nasskupplung Edited September 4 by Cloanto Quote
Mettigel Posted September 4 Posted September 4 vor 2 Stunden schrieb Cloanto: Wenn ich schon so was lese , fällt mir nichts mehr dazu ein , warum nicht gleich Frittenfett ist noch billiger. man du hast eine Nasskupplung Lesen allein reicht nicht, man sollte es auch verstehen...der Name Nasskupplung kommt nicht davon, weil sie in Champagner badet. Quote
Cloanto Posted September 4 Posted September 4 Kleriker, dann Klär uns alle doch mal auf zur Nass/ Ölbad Kupplung. Ich bin jedenfalls gespannt 🤭 Quote
Mettigel Posted September 4 Posted September 4 Ich glaube nicht, dass ich hier“Alle“ erleuchten muß, denn offensichtlich bist du der Einzige, der gerade ein paar Fragezeichen durch seinen Kopf schiebt. Trotzdem bin ich immer gerne bereit, zu helfen, müßte dann allerdings schon genau wissen, wo es hapert...ist es die Tatsache, dass die Zahlen vor und hinter dem W nur die Viskositätsklassen definieren, und rein gar nichts mit der Qualität zu tun haben (wegen deinem Frittenöl)? Oder ist dir unbekannt, dass eine zu hohe Viskosität gerne mal dazu führt, dass die Kupplung nicht sauber trennt, und dieser Umstand sich auf den Schaltvorgang auswirkt? I don´t know... ...ohhh, und bevor ich das vergesse: das mit der Glaubenssache und der "Wissenschaft" um das Motoröl sehe genau so entspannt wie du. Hauptgrund ist, daß ich für ein paar Jahre auf einer Raffinerie für Schmierstoffe gearbeitet habe (Marine und Automotive) und darum auch weiß, wie die Suppe hergestellt wird . Deshalb bekommt so ein anspruchsloser Motor wie der meiner Tiger 955i auch das Öl, welches gerade im Angebot ist (ich schrieb es bereits ,du wirst dich sicherlich noch erinnern)...als Kleriker wäre mir das Geld egal und ich würde immer nur „SuperFlutschi High Performance mit Goldstaub und Chanel Nr. 5“ reinkippen 1 Quote
MelKlu Posted September 4 Posted September 4 vor 18 Minuten schrieb Mettigel: ... „SuperFlutschi High Performance mit Goldstaub und Chanel Nr. 5“ reinkippen Deshalb fahre ich so gerne die Kraft der 2 Takte. Quote
MelKlu Posted September 4 Posted September 4 Ehrlich gesagt, würde ich kein Öl verwenden, welches irgendeine große Handelsgesellschaft von irgendeiner Ölraffinerie zusammenmixen lässt. Aber bei einem Motor wie der 955i ist man mit einem 10W40 grundsätzlich gut bedient. Aufgrund der aktuellen Aufregung habe ich mich mit den KTM- und CFMoto- Motoren ein wenig näher beschäftigt und sehe welche Probleme eine falsch gewählte Viskosition haben kann. Diese Motoren haben extrem geringe Lagerspiele an Haupt- und Nebenwellen. Die hohe interne Hitzeentwicklung fordert aber genau eine entgegengesetzte Eigenschaft des Öls. Also sind die 50 für die Lager zu dick und für die Hitze ein 40er zu instabil. Auch muss man bedenken, dass selbst heute aktuelle Normen nur Mindestanforderungen darstellen. Aus diesem Grund würde ich nicht empfehlen die Anschaffungskosten eines neuen Hochleistungsmotors durch Öle aus dem Walmart abzumildern. Quote
Mettigel Posted Friday at 07:00 PM Posted Friday at 07:00 PM vor einer Stunde schrieb MelKlu: Ehrlich gesagt, würde ich kein Öl verwenden, welches irgendeine große Handelsgesellschaft von irgendeiner Ölraffinerie zusammenmixen lässt. Aber genau so läuft das in der richtigen Welt: die Grundöle...früher Einbereichsöl genannt...werden in einer Raffinerie hergestellt. Und weil es von denen nicht mehr viele gibt, zumindest in Deutschland, bedienen sich dort fast ALLE großen Hersteller ohne eigene Fertigungskapazitäten. Die mixen dem Grundöl nur noch ihre hauseigenen Additive bei, um daraus ein Mehrbereichsöl herzustellen, und das wars...und selbst diesen Arbeitsschritt machen einige noch nicht mal selber: bei BP in HH siehst du Tanklastzüge von Castrol über Total bis NoName, die dort abfüllen. Die Zeiten, wo ein Unternehmen die komplette Fertigungstiefe selber gestemmt hat, sind lange vorbei, auch in der Ölindustrie. Quote
MelKlu Posted Friday at 07:28 PM Posted Friday at 07:28 PM Das ist mir schon klar und entspricht auch der ganzen Petrolindustrie. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass die Ölfirmen mehr Expertise haben, als ein reiner Händler in seiner Non-Food-Ecke. Quote
Cloanto Posted Friday at 08:51 PM Posted Friday at 08:51 PM @Mettigelich bin erleuchtet. Danke für die Aufklärung , morgen steht es in der ” Bild „ als Titelblatt. Quote
Mettigel Posted Friday at 08:58 PM Posted Friday at 08:58 PM vor 2 Stunden schrieb MelKlu: Das ist mir schon klar und entspricht auch der ganzen Petrolindustrie. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass die Ölfirmen mehr Expertise haben, als ein reiner Händler in seiner Non-Food-Ecke. Da kann ich dich beruhigen, die Qualitätsansprüche dort sind schon sehr hoch, und da geht auch keine Charge raus, die nicht vorher im Labor dahingehend überprüft wurde. Quote
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