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Hallo zusammen,

ich habe mir vor ein paar Wochen eine T400 Bj 96 gekauft, 67tkm gelaufen. Laut Vorbesitzer sei Öl- und Wasserverbrauch kein Thema, ist es aber leider doch.

Nach 1000km war der Ausgleichsbehälter von max auf min, außerdem war der Ölstand auch kurz vor Minimum.

Im Schlauch von der Kurbelgehäuseentlüftung habe ich diese weiße Emulsion. Im Motor sieht man da zum Glück noch nichts von.

Mein Plan ist nun:

- Kopfdichtung besorgen und tauschen

- Zylinder neu eindichten

- Ventilschaftdichtungen tauschen

- In dem Zuge Führungsschienen der Steuerkette tauschen

- Kurbelgehäuse usw erstmal unangetastet lassen

 

Würdet ihr noch irgendetwas ergänzen oder gibts noch etwas was ich auf jeden Fall auch machen muss?

Sollte ich generell die Zylinder hohnen lassen oder die Kolbenringe tauschen?

 

Ich hab außerdem gelesen dass bei manchen die Ausgleichsbehälter auch immer bis auf min Leergehen und das da anscheinend normal ist, und das Zeug in der Entlüftung könnte auch von viel Kurzstrecke kommen oder?

Möchte diese Faktoren nur vorher ausschließen um zu vermeiden dass ich den Motor umsonst aufmache...

 

Vielen Dank!

 

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Du solltest unbedingt das Ventilspiel gleich mit überprüfen. Wenn du einmal dran bist, ist das schnell gemacht. 
Dichtung kann ich dir von Eddi aus dem Forum empfehlen. Der wird sich sicher auch bald zu Wort melden. 
Ansonsten geht das alles im verbauten Zustand. Zerlegen sollte etwa 4h dauern, Dann alles tauschen, Dichtung setzen lassen und nach 24h noch mal neu anziehen die Zylinderkopfschrauben und dann zusammenbau. 
Zusammenbau kostet wesentlich länger, weil da mehr Sorgfalt notwendig ist. 

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3 hours ago, made said:

Du solltest unbedingt das Ventilspiel gleich mit überprüfen. Wenn du einmal dran bist, ist das schnell gemacht. 
Dichtung kann ich dir von Eddi aus dem Forum empfehlen. Der wird sich sicher auch bald zu Wort melden. 
Ansonsten geht das alles im verbauten Zustand. Zerlegen sollte etwa 4h dauern, Dann alles tauschen, Dichtung setzen lassen und nach 24h noch mal neu anziehen die Zylinderkopfschrauben und dann zusammenbau. 
Zusammenbau kostet wesentlich länger, weil da mehr Sorgfalt notwendig ist. 

Danke für den Tipp! Ventilspiel hatte ich direkt nach dem Kauf gemacht, immerhin das kann ich von der Liste streichen

Von der Dichtung habe ich schon gelesen, da bin ich natürlich sehr interessiert dran ??

 

- Kopfschrauben brauche ich neu nehme ich an?

- hab noch keine gute Vorstellung davon wie genau die Zylinder abgedichtet werden, ist das selbsterklärend oder gibts da einen offiziellen Arbeitsablauf für?

- es wäre wahrscheinlich ratsam die Dichtfläche vom Kopf auf Verzug zu messen oder ist das eigentlich nie Thema?

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Auf keinen Fall die Zylinderkopfdichtung von Triumph. Die halten nur sehr kurz! Haben schon mehrere Leute aus dem Forum und ich selber erfahren müssen.
Falls noch der Original Pickup drin ist, einfach mal mittauschen. Die sind zusammen mit der Zylinderbuchenabdichtung (Wasser im Öl) so die einzigen Fehler die garantiert nach 20-30 Jahren auftauchen.

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Ich würde den Motor nicht vorschnell auseinanderrupfen. Kannst ja noch das Kühlwasser anschauen (und auf Minimum mal beobachten), ob da Schlieren drin sind. Aber solange nicht der Schaum im Motor steht, ist da ein Schaden wohl eher unwahrscheinlich. Mach halt mal weg den Cappuccino und schau nach weiteren 1000 km nochmal. Und mit dem Ölverbrauch: Nachkippen ist (erstmal) kein Aufwand, vielleicht gibt sich das auch wieder. Bei Kurzstreckenbetrieb ist tendenziell auch mehr Benzin im Öl, was dann auf einer längeren Fahrt beim Durchwärmen ausdampft und das abgelesene Ölvolumen danach reduziert. 

  • Like 1
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Schlieren im Kühlwasser habe ich keine... Ich werde mit dem Ding jetzt erstmal in den Urlaub fahren, danach weiß ich ja mit Sicherheit was ist, danke schonmal für die Antworten auf jeden Fall ;)

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Hallo Leude,

erhöhter Ölverbrauch kann, wie SiRoBo bereits schrieb, von überwiegendem Kurzstreckenverkehr kommen, oder aber auch von zu viel Kolbenlaufspiel. Mal mit nem Endoskop in die Zylinder schauen & wenn die Kolbenböden ölig & außenrum, also am Rand, sauber sind, dann geht Öl nach oben durch. In dem Fall würde ich die Laufbuchsen & Kolben zu Picoatec zum nacharbeiten schicken. Das Kolbenlaufspiel wird dann durch beschichten der Kolben auf 0,05mm gebracht & dann verbraucht der Motor an der Stelle auch kein Öl mehr. Die Ventilschaftabdichtungen kann man neu machen, sind aber recht teuer & waren auch bisher unauffällig, ich mach die nur wenn definitiv kaputt.

Für Wasserverbrauch gibt es mehrere Möglichkeiten: platte Dichtung (die rote) an der Wapu, poröse Schläuche, Steinschlag am Kühler, def. Kopfdichtung, mit Hylomar oder gar nicht gedichtete Laufbuchsen (Bj. abhängig & erkennbar an Schlammablagerung im Ausgleichsbehälter).

Neue Kopfschrauben braucht man nur wenn der Torx vergrisknaddelt ist. Das Öl aus den Schraubenköpfen entfernen & das Werkzeug gut reidrücken beim lösen.

Grusss Eddy

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So nachdem ich jetzt 2000km gefahren bin:

 

- Ölverbrauch ist da, könnte ich aber mit leben (hab jetzt vielleicht 300ml nachgekippt, traue der Messgenauigkeit nicht so ganz weil ich jedes Mal auf anderem Untergrund messe)

- Wasserverbrauch ist so ca ein Schnapsglas alle 400km (geschätzt)

- Emulsion im Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung ist wieder da

- Im Kühlwasser sieht man eine Art Trübung, weiß aber nicht einzuordnen (siehe Foto)

- Laut Mitfahrern kein Rauch oder Wasserdampf aus dem Auspuff beim Fahren

 

Da ich ja immer gerne erst das einfache ausschließe würde ich zurück in Deutschland mit der Wasserpumpendichtung anfangen. Um den Schlauch und Kühler zu testen müsste ich irgendwie abdrücken oder so ein UV Mittel ins Wasser tun oder?

 

@Eddi Danke für deine ausführliche Antwort, was ist das zu empfehlende Dichtmittel statt Hylomar? habe schon öfter Dirko rot gelesen

 

Grüße aus den Highlands, auf jeden Fall eine Reise wert! :rolleyes:

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Hallo @hermann4,

oh Schotland, sehr schön, da will ich auch noch mal wieder hin.

Sicher kann man für das Geld einer Motorrevision viel Öl kaufen, das muss jeder für sich entscheiden.

Der Kühlwasserbehälter sieht aus wie, nicht eingedichtete Laufbuchsen. Um genaueres zu sagen bräuchte ich die VIN.

Wieder Emulsion im Entlüftungsscchlauch deutet auf Wasser im ÖL hin. Das Wasser ist in "geringer Menge" nicht das Problem, sondern der darin enthaltene Frostschutz der bei Wärme leider nicht aus dem Öl verdunstet & dieses mit der Zeit verschlammt.

Undichtigkeiten am Kühlsystem zeigen sich meist als weiße Ablaufspuren oder Ablagerungen.

Zum dichten der Laufbuchsen verwende ich immer Dirko grau, dass ist "NICHT" auf Essigsäurebasis da diese die Gusslaufbuchsen sofort zum rosten bringt.

Grusss Eddi

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- Den Ölverbrauch halte ich bei einem solchen Motor für völlig normal.

Mich persönlich würde es aber interessieren, in welchem Fahrzustand der Verbrauch stattfindet, um einfach meine Fahrweise anpassen zu können.

- Wasserverbrauch ist zu viel. Da du aber keinen Geruch feststellst oder Dampf siehst, wäre mein erster Gedanke an einen Verlust ins Freie.

- Hast du das Kühlsystem schon einmal gespült? Für mich sieht der Schmodder im Ausgleichsbehälter wie jahrelange Vernachlässigung aus.

- Die Emulsion am Entlüftungsschlauch sieht natürlich nach Wasser aus, aber nicht nach Kühlflüssigkeit. Ist der Schlauch dicht? An der Airbox angeschlossen? etc.

 

Was du vorsorglich überprüfen kannst, um abzuschätzen, wie dringlich eine Überholung ist:

- Gasdruck im Kurbelgehäuse überprüfen.

- Öl auf Kraftstoff und Kühlflüssigkeitsgehalt prüfen (Sicht-, Geruchs- und chemische Prüfung möglich)

- Öl- und Gasgehalt im Kühlwasser

- Kompressionsdruck (möglichst angewärmt)

- Druckverlust

Dann wärst du auf der sicheren Seite.

Posted
23 hours ago, MelKlu said:

- Den Ölverbrauch halte ich bei einem solchen Motor für völlig normal.

Mich persönlich würde es aber interessieren, in welchem Fahrzustand der Verbrauch stattfindet, um einfach meine Fahrweise anpassen zu können.

- Wasserverbrauch ist zu viel. Da du aber keinen Geruch feststellst oder Dampf siehst, wäre mein erster Gedanke an einen Verlust ins Freie.

- Hast du das Kühlsystem schon einmal gespült? Für mich sieht der Schmodder im Ausgleichsbehälter wie jahrelange Vernachlässigung aus.

- Die Emulsion am Entlüftungsschlauch sieht natürlich nach Wasser aus, aber nicht nach Kühlflüssigkeit. Ist der Schlauch dicht? An der Airbox angeschlossen? etc.

 

Was du vorsorglich überprüfen kannst, um abzuschätzen, wie dringlich eine Überholung ist:

- Gasdruck im Kurbelgehäuse überprüfen.

- Öl auf Kraftstoff und Kühlflüssigkeitsgehalt prüfen (Sicht-, Geruchs- und chemische Prüfung möglich)

- Öl- und Gasgehalt im Kühlwasser

- Kompressionsdruck (möglichst angewärmt)

- Druckverlust

Dann wärst du auf der sicheren Seite.

- Ölverbrauch finde ich auch okay, fahren hier allerdings auch sehr entspannt bei niedriger Außentemperatur (manchmal Stadt, meistens über Land zwischen 80 u. 110km/h)

- ist mein Wasserverbrauch nicht zu gering als dass ich den aus dem Auspuff als Dampf wahrnehmen könnte? 
- Bei dem was ich jetzt die letzten Wochen so an dem Motorrad gesehen hab bin ich mir sicher dass da sehr lange nicht mehr was gespült wurde ja

- Die Emulsion im Schlauch ist ja auch nur Wasser und Öl und kein Kühlmittel oder? Die Zusätze des Kühlmittels bleiben ja im Motoröl und verdampfen nicht wenn ich das richtig verstanden habe. Der Schlauch ist auf jeden Fall an der Airbox dran, die Box selber ist nicht mehr die beste aber ich denke zu 90% dicht. 
 

Wenn ich deine Vorschläge prüfe und da nichts auffällig ist könnte das Wasser ja nur aus einer Undichtigkeit im Kühlsystem entweichen, also Dichtung Wasserpumpe, Schlauch o.ä. oder?

 

ich kann mich auf jeden Fall erinnern dass von diesem Emulsionszeug kleine Mengen an der Innenseite des Kupplungsdeckels zu sehen waren als ich den vor ein paar Wochen mal abhatte

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Hallo @MelKlu,

der Ölverbrauch ist "leider" normal weil das Kolbenlaufspiel zu groß ist.

Das war bei meiner Rennsemmel auch so, 0,4L auf 175km. Na ja, die hat auch ordentlich Drehzahl bekommen. Die Ventilschaftabdichtungen waren ok & an den Kolben & Laufbuchsen war offensichtlich kein Schaden zu sehen aber die Maße waren grausam. Nach dem honen der Laufbuchsen, dem beschichten der Kolben & das dadurch reduzierte Laufspiel auf 0,05mm verbraucht der Motor heute so gut wie kein Öl mehr, trotz Drehzahlen zwischen 5.000 & 10.000RPM.

 

Hallo @hermann4,

Wasserdampf aus dem Auspuff entsteht in der Warmlaufphase & bei niedrigen Außentemperaturen. Das zu unterscheiden ob das nun "normal" ist, oder von einer defekten Kopfdichtung kommt ist nicht möglich. Erst wenn es bei warmen Temperaturen & Motor immer noch weiß aus dem Auspuff dampft, ist möglicher weise die Kopfdichtung durch. Aber auch dann sind sehr geringe Mengen nicht als Dampf zu erkennen.

Wie wir an Hand Deiner VIN gesehen haben, fällt Dein Tiger in den Bereich "nicht gedichtete Laufbuchsen" & da ist bei sehr vielen Motoren Kühlwasser ist Öl & Öl ins Kühlwasser gekommen. Deswegen sieht der Ausgleichsbehälter so aus & wie Mel bereits vermutet, schon lange nicht mehr Kühlwasser gewechselt & sich die Mühe gemacht den Ausgleichsbehälter zu reinigen.

Diese Emulsion lagert sich überall da ab wo eine Temperaturdifferenz besteht & nix los ist im Motor, also keine Strömung besteht oder ständig ein Öl hin spritzt.

Grusss Eddy

  • 2 weeks later...
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So, bin wieder in DE angekommen und hatte heute Zeit kurz den Kupplungsdeckel abzumachen um zu sehen wie es darunter aussieht. Hatte nach 5000km fast schlimmeres erwartet, nur dieses rostige Blech da muss ich machen. Kupplung und alles außenrum motorseitig ist sauber, nur der Deckel selber ist voll mit diesem Schleim. 

Auf 5000km hat die Tiger 700ml Wasser verbraucht, Öl war jetzt dagegen vielleicht so um die 600ml auf die ganze Zeit. Das ist viel zu wenig um jetzt schon die Kolbenbeschichtung zu machen, obwohl es mich natürlich in den Fingern juckt (außerdem sprengt das mein Budget, das kann ich in ein oder zwei Jahren immer noch nachholen wenn es schlimmer wird)

 

Würde mir also nun die Dichtmasse, die Kopfdichtung und die Gleitschiene besorgen, mehr sollte ich ja nicht brauchen… 


Außerdem: Ich hab sehr oft gelesen dass der Motor unter 3000 Umdrehungen Geräusche macht/ vibriert und dass das normal ist, vielleicht kann das jemand bestätigen? Beim normalen Fahren kann ich die Geräusche über die Drehzahl gut vermeiden, allerdings ist das beim Anfahren nicht ganz zu vermeiden und klingt teilweise fast wie ein Diesel der nagelt (wird lauter je wärmer der Motor ist, ist auf dem Video ganz gut zu hören). Spürt man außerdem im ganzen Motorrad. 
 

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Nöö, ein Geräusch wie von dir beschrieben kann ich nicht bestätigen. Alle meine T300/400 Motoren laufen relativ ruhig. Vor allem derjenige der Daytona Super III , welche beschichtete Kolben hat, läuft sanfter wie mancher 4 Zylinder. Deine geplante Arbeit bezüglich der Beschichtung würde ich echt nochmals überdenken. Du willst einen riesen Aufwand betreiben und erledigst damit trotzdem nur 50% der Arbeit. Wäre für mich persönlich jetzt grad keine Option.

 

Gruss, Dani

  • Like 1
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3 hours ago, Dani said:

Nöö, ein Geräusch wie von dir beschrieben kann ich nicht bestätigen. Alle meine T300/400 Motoren laufen relativ ruhig. Vor allem derjenige der Daytona Super III , welche beschichtete Kolben hat, läuft sanfter wie mancher 4 Zylinder. Deine geplante Arbeit bezüglich der Beschichtung würde ich echt nochmals überdenken. Du willst einen riesen Aufwand betreiben und erledigst damit trotzdem nur 50% der Arbeit. Wäre für mich persönlich jetzt grad keine Option.

 

Gruss, Dani

Da hast du Recht, allerdings sind das auch 500€ mit denen ich ja "nur" einen Ölverbrauch abstelle der ja aktuell nicht wirklich hoch ist. 

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Muss jeder selber wissen. Die neue ZKD in ein paar Jahren kostet auch.

  • Like 1
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Am 25.9.2025 um 21:44 schrieb hermann4:

Außerdem: Ich hab sehr oft gelesen dass der Motor unter 3000 Umdrehungen Geräusche macht/ vibriert und dass das normal ist, vielleicht kann das jemand bestätigen? Beim normalen Fahren kann ich die Geräusche über die Drehzahl gut vermeiden, allerdings ist das beim Anfahren nicht ganz zu vermeiden und klingt teilweise fast wie ein Diesel der nagelt (wird lauter je wärmer der Motor ist, ist auf dem Video ganz gut zu hören). Spürt man außerdem im ganzen Motorrad.

Hast du schon geschaut, ob dein Auspuffkrümmer nicht eine kleine Undichtigkeit hat?

 

Ein rauer Lauf könnte außerdem noch von sehr frühem Zündzeitpunkt verstellter Steuerzeiten, aber auch vom Kettenkit zum Hinterrad kommen (natürlich nicht im Stand). War zumindest bei meiner 955er so.

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1 hour ago, MelKlu said:

Hast du schon geschaut, ob dein Auspuffkrümmer nicht eine kleine Undichtigkeit hat?

 

Ein rauer Lauf könnte außerdem noch von sehr frühem Zündzeitpunkt verstellter Steuerzeiten, aber auch vom Kettenkit zum Hinterrad kommen (natürlich nicht im Stand). War zumindest bei meiner 955er so.

Kette hatte ich schon im Verdacht, den Satz habe ich dementsprechend komplett getauscht. Ist seitdem auch etwas besser geworden tatsächlich. 
Das Geräusch hört man allerdings auch schon leicht wenn man im Stand gas gibt. 
Meine Steuerkette scheint ganz leicht gelängt zu sein (Spanner ist allerdings erst knapp zur Hälfte draußen), die Steuerzeiten der Einlassnockenwelle sind um ca 1mm verstellt wenn ich am Totpunkt bin und die Auslassnockenwelle passt. 
Hatte deshalb vor die Kette zu tauschen, allerdings ist die Abweichung nicht besonders groß oder macht das schon was aus?

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vor 52 Minuten schrieb hermann4:

Kette hatte ich schon im Verdacht, den Satz habe ich dementsprechend komplett getauscht. Ist seitdem auch etwas besser geworden tatsächlich. 
Das Geräusch hört man allerdings auch schon leicht wenn man im Stand gas gibt. 
Meine Steuerkette scheint ganz leicht gelängt zu sein (Spanner ist allerdings erst knapp zur Hälfte draußen), die Steuerzeiten der Einlassnockenwelle sind um ca 1mm verstellt wenn ich am Totpunkt bin und die Auslassnockenwelle passt. 
Hatte deshalb vor die Kette zu tauschen, allerdings ist die Abweichung nicht besonders groß oder macht das schon was aus?

Die Getriebe Ausgangswelle und das Schwingenlager sind bei der Tiger leider weit voneinander entfernt, weshalb man die Kette nicht stramm spannen darf. Somit hast du immer auch Vibrationen, die sich vom Motor auf die Kette und wieder zurück in den Rahmen ausbreiten. Schönheitsfehler!

 

Eine moderat gelängte Steuerkette macht eigentlich nur bei Lastwechsel oder im Schiebebetrieb Radau. Und auch dann wäre ein Austausch nur dann erforderlich, wenn sie ungleichmäßig gelängt wäre. Davon gehe ich aber bei deiner Laufleistung noch nicht aus.

 

Meinst du 1 Millimeter am Kettenradumfang? Vor oder zurück?

Wenn es so ist, ist das nicht dramatisch und sorgt lediglich für eine größere Serienstreuung.

 

Mit der Ausgleichswelle könntest du dem Grund am nähsten liegen.

Die Vibrationen, die ein 3-Zylinder entwickelt, können am besten durch 2 gegenläufige Wellen überlagert werden. Ist baulich nicht so gemacht worden, folglich muss man damit leben.

Von einem anderen Forumsmitglied weiß ich, dass die T300/400 Motoren sehr "individuell" zusammengeschraubt wurden und dadurch auch jeder seinen speziellen Charakter hat.

Und genau so würde ich die Lebensäußerungen deines Triebwerks auch sehen.

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22 hours ago, MelKlu said:

Meinst du 1 Millimeter am Kettenradumfang? Vor oder zurück?

Wenn es so ist, ist das nicht dramatisch und sorgt lediglich für eine größere Serienstreuung.

Damit meinte ich den "Abstand" von Markierung auf Nockenwellenrad Einlass zur Waagerechten, also da wo die Markierung ja eigentlich sein sollte. Die Nockenwelle steht etwas zurück, entspricht also ca. 1°-2° entgegen dem Uhrzeigersinn

 

Wenn die Vibrationen und Geräusche Teil der Charakteristik sind ist das völlig okay für mich, möchte nur nicht dass ich da gerade etwas kaputtarbeitet oder so. Geräusche sind allerdings jetzt seit 5tkm gleich geblieben, also vielleicht ist das wirklich einfach so :)

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Am 26.9.2025 um 11:25 schrieb hermann4:

Da hast du Recht, allerdings sind das auch 500€ mit denen ich ja "nur" einen Ölverbrauch abstelle der ja aktuell nicht wirklich hoch ist. 

Hallo Hermann,

nicht nur einen Ölverbrauch abstellen! Ich sehe das wie Dani. Wenn Du den Kopf eh schon runter nimmst um die Laufbuchsen neu einzudichten, von deren Undichtheit der Schmodder im Kupplungsdeckel stammt, ist das mit den Kolben beschichten nur noch ein kleiner Schritt & der Motor läuft deutlich besser. Du wirst es sehen wenn die Laufbuchsen draußen sind. Wenn vorn & hinten die Hohnspuren weg sind sollte man das machen. Kolben & Laufbuchsen vermessen & wenn das Laufspiel mehr als 0,09mm ist, dann sowiso. In Anbetracht des Gesamtaufwandes fällt das nicht mehr in´s Gewicht & ich mache so etwas immer mit.

Grusss Eddi

  • Like 1
  • 2 weeks later...
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Gestern mal den Kopf abgenommen, das Kühlwasser was da stand sah nicht besonders gut aus… außerdem diverse (sandige?) Ablagerungen auf der rechten Seite. Wie vermutet also wahrscheinlich nicht wirklich oft gewartet worden

Die Buchsen sehen von innen noch ganz okay aus, keine krassen Riefen oder so, nur jeweils zwei briefmarkengroße, etwas glattere Stellen.

Von außen allerdings ziemlich rostig, besonders die linke Buchse (schätze weil die wenn das Motorrad auf dem Seitenständer ist immer nass ist?)

Wie ist es da ratsam mit umzugehen? Hätte das jetzt so weit saubergemacht wie möglich, dann mit irgendwas lackieren?

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Hallo Hermann,

 

die ZKD sieht, soweit man das auf dem Bild erkennen kann, ok aus, von dieser Seite.

 

Die kleine Riefe im Kolben ist nicht tragisch an der Stelle, wenn die Kolbenringe nichts abbekommen haben.

 

Die Laufbuchse kann man von außen reinigen/sanft Sandstrahen & ich habe schon welche mit 2K Bremssattellack lackiert, allerdings noch nicht wieder ausgebaut um nachzusehen & weis nicht in wie weit sich der Lack mit dem Kühlwasser verträgt.

Innen die Reibspuren oberhalb der Kolbenringe weisen darauf hin, das wie bereits vermutet, dass Kolbenlaufspiel zu gross ist. Der Kolben ist am Feuersteg (der Teil oberhalb der Kolbenringe) etwa 0,5 mm im Durchmesser kleiner als am Schaft & wenn es da Reiber hat, können diese nur vom Kolben kommen der zu viel kippt, oder sehr heiss geworden ist, was beides nicht ok ist. Ich würde Laufbuchsen & Kolben auf jeden Fall zu Picoatec schicken um durch Beschichtung das Laufspiel auf 0,05mm zu reduzieren. Der Jürgen kennt sich damit aus weil er schon viele Sätze für mich & andere gemacht hat.

 

Grusss Eddi

  • Like 2
  • 2 months later...
Posted (edited)

Hallo zusammen,

gestern sind meine Kolben beschichtet geliefert worden, heute sollten die restlichen Teile kommen und die Kopfdichtung wurde gestern verschickt (danke Eddi!). Vor dem Zusammenbau hab ich noch ein zwei Fragen:

 

- die Kopfschrauben verwende ich ja wieder, werden die mit Fett/ Öl oder einfach trocken eingesetzt? (Gewinde)

- für die Abdichtung der Buchsen verwende ich jetzt Dirko Grau, das würde ich unten auf dem Kragen auftragen. Muss das antrocknen/ ablüften oder setze ich die direkt ein? Die Dokumentation ist da nicht sehr aufschlussreich

- ich kenne das immer so dass die Kolben mit Spannband in die Zylinder eingesetzt werden, das ist aber bei den nassen Buchsen nicht machbar wenn ich die von oben auf die Kolben schiebe. Macht ihr das einfach mit der Hand? Edit: hab gesehen dass das bei den Buchsen ohne geht 

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Edited by hermann4
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Hallo @hermann4,

- die Kopfschrauben sollen leicht eingeölt werden. Anzugsstufen & -reihenfolge bekannt ?

- Dirko soll zwar eine gewisse Zeit ablüften, jedoch halte ich es an dieser Stelle für ungünstig da eine Hautbildung u.U. das setzern der LB verhinder & diese dann etwas übersteht. Eine zu hoch stehende LB würde das Abdichten auf dem Gehäuse verschlechtern & es könnte Kühlwasser austreten. Also Dirko erst unmittelbar vor dem Einbauen auftragen. Und wie so oft, keine Silikonparty veranstalten.

- die LB-sen von oben auf die Kolben schieben geht, ist aber fummelig. Die Kolben sollten sehr rechtwinklig angesetzt werden damit die Kolbenringe "gleichmäßig" von dem kleinen Konus in die Ringnut gedrückt werden. Die ganze Sache verkantet sehr schnell da die Kolben am Feuersteg 0,5mm kleiner sind & nur wenig Führung haben. Nicht mit Gewalt arbeiten.

Kolbenringspannband geht an der Stelle nicht, aber ich hab einen einfachen kleinen handbetätigten Spanner der die Arbeit erleichtert, zumindest für 2, haben wollen?

Grusss Eddi

Posted
19 hours ago, Eddi said:

Hallo @hermann4,

- die Kopfschrauben sollen leicht eingeölt werden. Anzugsstufen & -reihenfolge bekannt ?

- Dirko soll zwar eine gewisse Zeit ablüften, jedoch halte ich es an dieser Stelle für ungünstig da eine Hautbildung u.U. das setzern der LB verhinder & diese dann etwas übersteht. Eine zu hoch stehende LB würde das Abdichten auf dem Gehäuse verschlechtern & es könnte Kühlwasser austreten. Also Dirko erst unmittelbar vor dem Einbauen auftragen. Und wie so oft, keine Silikonparty veranstalten.

- die LB-sen von oben auf die Kolben schieben geht, ist aber fummelig. Die Kolben sollten sehr rechtwinklig angesetzt werden damit die Kolbenringe "gleichmäßig" von dem kleinen Konus in die Ringnut gedrückt werden. Die ganze Sache verkantet sehr schnell da die Kolben am Feuersteg 0,5mm kleiner sind & nur wenig Führung haben. Nicht mit Gewalt arbeiten.

Kolbenringspannband geht an der Stelle nicht, aber ich hab einen einfachen kleinen handbetätigten Spanner der die Arbeit erleichtert, zumindest für 2, haben wollen?

Grusss Eddi

Hallo @Eddi,

 

Erstmal vielen Dank, Kopfdichtung und Anleitung habe ich erhalten :thumbup:

- die Kopfschrauben sollen leicht eingeölt werden. Anzugsstufen & -reihenfolge bekannt ?
Da würde ich mich an Haynes halten, glaube da war das ganz gut beschrieben

 

- Dirko soll zwar eine gewisse Zeit ablüften, jedoch halte ich es an dieser Stelle für ungünstig da eine Hautbildung u.U. das setzern der LB verhinder & diese dann etwas übersteht. Eine zu hoch stehende LB würde das Abdichten auf dem Gehäuse verschlechtern & es könnte Kühlwasser austreten. Also Dirko erst unmittelbar vor dem Einbauen auftragen. Und wie so oft, keine Silikonparty veranstalten.

Alles klar ??

 

- die LB-sen von oben auf die Kolben schieben geht, ist aber fummelig. Die Kolben sollten sehr rechtwinklig angesetzt werden damit die Kolbenringe "gleichmäßig" von dem kleinen Konus in die Ringnut gedrückt werden. Die ganze Sache verkantet sehr schnell da die Kolben am Feuersteg 0,5mm kleiner sind & nur wenig Führung haben. Nicht mit Gewalt arbeiten.

Kolbenringspannband geht an der Stelle nicht, aber ich hab einen einfachen kleinen handbetätigten Spanner der die Arbeit erleichtert, zumindest für 2, haben wollen?

Da würde ich mich bei Bedarf nochmal melden, ich werde das erstmal trocken auf dem Tisch ausprobieren um ein Gefühl dafür zu bekommen

 

 

Bevor ich die Tage mit dem Zusammenbau beginnen kann habe ich noch ein Thema: Meine Markierungen auf den Buchsen und Kolben sind leider beim Beschichten verlorengegangen, d.h. ich weiß nicht mehr welche Buchse die mittlere ist. Leider ist die Beschriftung auf dem oberen Rand der Buchse auch nicht mehr zu sehen. Habe alles mögliche gemessen, war aber gefühlt immer alles gleich (Durchmesser, Höhen usw). Weiß jemand noch andere Wege wie ich die Buchsen unterscheiden kann? Und sind die ansonsten symmetrisch? (also macht es einen Unterschied wenn man sie zu 180° verdreht einbaut?)

 

Posted

Hallo @hermann4,

"ich werde das erstmal trocken auf dem Tisch ausprobieren um ein Gefühl dafür zu bekommen"

sehr gut ! :thumbup:

 

Das mit den Laufbuchsen spielt jetzt keine Rolle mehr. Die mittlere unterscheid sich eh nur Maßlich um 0,01mm gegenüber 1 + 3 was bei einem wassergekühlten Mohtor sowiso irrrelevant ist. Vorne/hinten spielt auch keine Rolle da die LB durch das honen quasi wieder auf 0 gesetzt sind. Hautsache Du kannst die Kolben (Falls sie unterschiedliche Durchmesser haben, müßte oben drauf stehen) den Laufbuchsen zuordnen sonst müßte das neu ausgemessen werden.

Grusss Eddi

  • Cool 1
  • 2 weeks later...
Posted

Motor ist mittlerweile wieder zusammen und läuft, klingt sehr gut soweit (obwohl ich noch die Vergaser synchronisieren muss) Konnte aber noch nicht fahren (schneit fast jeden Tag hier…)

Was da aus dem Kühlsystem beim Spülen noch rauskam war wirklich nicht sehr appetitlich, wer weiß ob das jemals gespült wurde

Ob’s wirklich hält sehe ich dann wenn ich mal ne Probefahrt machen kann :rolleyes:

Posted

Hallo Hermann,

wenn Du alles richtig gemacht hast, sollten diesbezüglich auch keine Beschwerden kommen :D

Bei den Vergaser Synchro & Co einstellen ist immer eine gute Idee :thumbup:

Üblicherweise bleiben Kühlsysteme sauber. Wenn jedoch in dem Fall von nicht gedichteten LBsen Öl ins Kühlwasser kommt, gibt es Sauerei. Falscher Frostschutz oder notorisches nicht wechseln wenn es Zeit wird kann natürlich auch zu Ablagerungen führen.

Grusss Eddi

  • 3 weeks later...
Posted
Am 5.1.2026 um 19:57 schrieb hermann4:

 

Was da aus dem Kühlsystem beim Spülen noch rauskam war wirklich nicht sehr appetitlich, wer weiß ob das jemals gespült wurde……

 

 

Willkommen im Club Hermann! :D

 

Bei meinem Motor dachte ich zuerst, dass ich mit zweimal Spülen auf der sauberen Seite bin. Als ich dann aber das Verbindungsrohr von der Wasserpumpe zum Kühler nochmal näher unter die Lupe nahm, sah ich, dass dort immer noch ziemlich viel Schmodder drin war und hab das Rohr dann mit einer Flaschenbürste und heissem Wasser sauber gemacht. Da kam immer noch einiges raus! Da lohnt sich ein Blick rein, falls du das noch nicht getan hast ;)

 

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